Unsere Empfehlung für Sie | 23.07.2009
Die zentralen Auffassungen von Wuketits in dessen eigenen Worten: „Werte und Normen sind nirgends vorgegeben, wir müssen sie uns selbst erfinden. Moral fiel nicht vom Himmel, sie ist das Ergebnis unserer Evolution als soziales Lebewesen, entsprungen der Notwendigkeit, die Interaktion zwischen Individuen im Interesse ihres eigenen Überlebens und des Überlebens der Gruppe zu regeln“ (S. 116). Es gebe „keinen Plan, keine Absicht und keinen vorgegebenen Sinn in unserer Welt ...“ Und: „Der Glaube an ein intelligent design dient letztlich nur der Durchsetzung moralischer Absolutheitsansprüche und politischer Macht ...“ (S. 119).
Demnach postuliert Wuketits auch: „Es kann nicht Aufgabe der Evolutionstheorie sein, uns einen Lebenssinn zu vermitteln, weil sie Prozesse erklärt, die keinen Plan und keine Absicht erkennen lassen.“ Und im Sinne seines „Plädoyer für einen neuen Individualismus bemerkt er: „Die Suche nach Sinn, der wir uns als nachdenkende Spezies nicht entziehen können, liegt in unserer eigenen Verantwortung“ (S. 128).
Wuketits wendet sich mit seinem Buch gegen eine auch heute noch weit verbreitete Auffassung, welche im gesellschaftlichen, individuellen und natürlichen Leben die Folge eines vorgegebenen Plans oder Sinns sieht. Doch mit der Orientierung am Vorgegebenen nimmt man ihm die Verantwortung für eigene Entscheidung.
Aus der hpd-Rezension